Titel Stanze

Heizungssanierung

Hausmeister Hubert Führa an der Steuerung der neuen Heizanlage
Gekapselter Motor (Block-Heizkraftwerk) mit Wärmepuffer
Gekapselter Motor (Block-Heizkraftwerk)
Rohr-Verteilung
Rohr-Verteilung mit Steuerung
Druckluftkompressor und Wärmepuffer

1.000.000 € verbaut

 

Heute war es so weit: Die neue Heizanlage an der Feintechnikschule wurde von Vermögen und Bau Amt Konstanz offiziell an die Feintechnikschule, vertreten durch Herrn Held, übergeben.

 

Schon lange hat die alte Heizungsanlage von 1993 immer wieder „Spirenzle gemacht“. Die beiden Niedertemperaturkessel, mit denen das Verwaltungsgebäude (A-Bau), das Theoriegebäude (B-Bau) und das Werkstattgebäude (C-Bau) mit Wärme versorgt wurden, versagten ab und zu ihren Dienst und waren undicht. Die Heizungssteuerung bestand aus einem alten PC, mit einem auf MS-DOS basierten Programm, mit dem mühselig die Vorlauftemperaturen für die Gebäude gesteuert werden konnten. Immerhin war es bereits möglich, unterrichtsfreie Tage einzugeben. Die Heizungsverteilung glich einem U-Boot mit großen gewachsenen unübersichtlich geführten Rohren.

Die eingebauten riesigen Pumpen würde man heute als „Stromfresser“ bezeichnen.

 

Alles in allem betrachtet, war die Heizanlage kein Energiesparmodell, also dringend Zeit für etwas Neues, Effizienteres.

 

Der Umbau, der immerhin auf eine Million Euro beziffert wird, begann im Jahr 2019 nach dem ein Kessel ausfiel mit dem Einbau von vier Gas-Brennwertthermen. Mit dieser Übergangslösung konnte der Winter 19/20 gut überstanden werden. Zu den Osterferien 2020 begann dann der zweite Bauabschnitt, bei dem der zweite Kessel ebenfalls entfernt wurde. Mit Beginn der Pfingstferien wurde die Heizanlage vollständig stillgelegt und die alte Heizungsverteilung inklusive aller Pumpen ausgebaut.

 

Um mehr Platz zu schaffen, wurde in den sehr hohen Heizraum ein schwingungsgedämpftes Podest eingebaut und ein zusätzlicher Eingang auf Höhe der neu geschaffenen Ebene eingebaut. Hier steht nun ein Blockheizkraftwerk, das die Schule mit Strom und Wärme versorgt. Ein großer Wärmespeicher puffert die Heizungsanlage, um besser auf betriebsbedingte Schwankungen reagieren zu können und damit auch die Energieeffizienz verbessern zu können. Anschließend konnte der neue Heizungsverteiler mit modernen Pumpen und entsprechender Mess- und Regeltechnik eingebaut werden. Ein großer Schaltschrank mit zeitgemäßer Steuerungstechnik ergänzt das Equipment.

 

Ein großer und aufwändiger Punkt war in den Sommerferien auch noch zu bewältigen. Es mussten alle Heizkörperventile im Rahmen eines hydraulischen Abgleichs des Systems in allen drei Gebäuden ausgetauscht werden! Die kleineren Räume der Schule, wie Büros und Lagerräume wurden die neuen Ventile wieder mit Thermostatköpfen ausgestattet. In öffentlichen Bereichen, wie Flure, Treppenhäuser und Toiletten wurden sogenannte Behördenthermostate eingebaut. Diese sind so gebaut, dass sie nur mit Spezialwerkzeug verstellt werden können. Der größte Aufwand wurde aber in den Unterrichtsräumen, Laboren und Werkstätten betrieben. Hier wurden alle Heizkörperventile mit Funk-Regel-Köpfen ausgestattet, die über entsprechende Funkmodule in die neue Steuerung eingebunden sind. In all den genannten Unterrichträumen wurden Präsenzmelder, Temperaturmelder und Fensterkontakte eingebaut, die ebenfalls per Funknetzt in die Steuerung eingebunden sind. Über das Intranet der FTS kann nun die Steuerung der gesamten Anlage überwacht und parametriert werden.

 

Spannend war schließlich, ob es die Handwerker und Fachingenieure schaffen würden, die Heizanlage bis zum Schulbeginn am 14.9.2020 in Betrieb zu bringen. Dank der großen Bemühungen aller Beteiligten hat es dann funktioniert. In den nächsten Wochen folgte die Optimierung der Steuerung und Anpassung auf die alten Gebäude.

 

Zwischenzeitlich konnten auch alle Mängel behoben und Anpassungswünsche eingearbeitet werden, sodass nun die Anlage ohne großen Wartungs- und Instandhaltungsaufwand zuverlässig arbeitet.

 

Auch das Amt Konstanz vom Landesbetrieb Vermögen und Bau BW, dem das Gebäudemanagement unserer Schule obliegt, freut sich über die neue Wärmeerzeugungsanlage. Neben einer modernen Raumheizung kann auch nahezu der gesamte Strombedarf der Schule über das neue BHKW gedeckt werden, ohne dass sich der CO2-Ausstoß der Schule erhöht. Eine deutliche Reduzierung der Betriebskosten ist die Folge.

 

Text/Bild: Feintechnikschule

 

März 2021